Freut sich über Gold mit der Mannschaft im Halbmarathon in der Altersklasse M75: Werner Stöcker (m.).

6. August 2017

 

Grandiose EM-Bilanz: Einmal Gold und dreimal Silber für Werner Stöcker

Sportler der LG Wittgenstein bei Leichtathletik-Senioren-Europameisterschaft in Aarhus am Start

Aarhus. 3.841 Athleten haben in Dänemark um die Europameister-Titel gekämpft. Die 810 Senioren des Deutschen Leichtathletikverbands stellten dort die erfolgreichste Nation. Allein am zehnten und letzten Wettkampftag standen nach dem Halbmarathon, der erstmals statt des Marathons ausgetragen wurde, 16 DLV-Athleten auf dem Treppchen. Ganz vorn mit dabei: Werner Stöcker (M75) von der LG Wittgenstein, der mit der Mannschaft Gold für Deutschland geholt hat. „Sportlich ist alles ganz wunderbar gelaufen“, so das Resümee des 77-Jährigen aus Erndtebrück.

Riesenjubel für das deutsche Team
Der letzte Wettkampftag zuerst: Der Halbmarathon, Lieblingsstrecke von Werner Stöcker, mit seinen vielen Kurven hatte es in sich. Und es war alles dabei: Wind, Sonnenschein, Regen und auch der Untergrund wechselte oft von Asphalt, Kopfsteinpflaster und Sandwegen – dabei war die Stimmung der Zuschauer in der Innenstadt von Aarhus großartig für die insgesamt 500 Athleten. Vor allem in den höheren Altersklassen setzten die deutschen Läuferinnen und Läufer durch. Bei den Männern über 75 machte der Slowake Vincent Basista über die 21 km das Rennen und siegte in 1:35:36 Stunde. Knapp vier Minuten dahinter – in 1:39:19 Std. – lief Werner Stöcker als Zweiter über die Ziellinie. Riesenjubel galt nicht nur dem Vize-Europameister, sondern der gesamten deutschen Mannschaft, die sich Gold sicherte.

Starker Auftritt auch im 4 km Cross der M75. „Da es den ganzen Morgen geregnet hatte, war es eine Schlammschlacht“, sagt Werner Stöcker. Vier Runden wurden gelaufen – mit Treppenstufen. „Es hat richtig Spaß gemacht.“ Natürlich auch, weil Platz 2 an den Wittgensteiner mit seiner Zeit von 16:22 Minuten ging – wieder hinter Vincent Basista (15:49 Min.).

Gleiche Reihenfolge in der Platzierung auch über 10.000 Meter: Gold für Basista (43:43 Min.) und Silber für Stöcker (45:48 Min.). Mit seiner Zeit markierte der LG-Sportler auch einen neuen Siegerlandrekord im 10.000-Meter-Lauf.

Platz 11 im Wurf-Fünfkampf
Die LG Wittgenstein war auch durch die Wurf-Mehrkämpferin Ricarda Wied-Bernshausen (W55) vertreten. Ihr Hauptwettkampf war der Wurf-Fünfkampf, der sieben Stunden dauerte. „Es waren schwierige Bedingungen aufgrund der heftigen Regenschauer“, berichtet Ricarda Wied-Bernshausen über die Wetterkapriolen, die die EM begleiteten. Mit ihren Ergebnissen war sie sehr zufrieden: Hammerwurf: 26,93 m; Kugelstoßen: 8,97 m; Diskus: 21,35 m; Speerwurf: 20,69 m; 7,26kg-Gewichtswurf: 9,26 m – Gesamtergebnis Wurf-Fünfkampf: 11. Platz mit 2.906 Punkten.

Bei den Spezialistinnen nahm Ricarda Wied-Bernshausen an drei Wettbewerben teil: Ihre beste Platzierung erzielte sie im Speerwurf, mit 21,29 Metern wurde sie Zehnte. Persönliche Saisonbestleistung zeigte die Laaspherin im Hammerwurf; die Weite von 27,71 m bescherte ihr Platz 15. Im Diskuswurf belegte sie mit 21,21 m Rang 16.

Beeindruckend war für die Wittgensteiner das internationale Flair. Sie lernten viele Sportler aus anderen Ländern kennen. Und dass man auch jenseits der 90 noch Leistungssport treiben kann – wie der Deutsche Günter Ciesielski und die Rumänen Elena Pagu und Dumitru Radu, alle Jahrgang 1926, die im Viby-Stadion ins Rennen gingen. Sie alle freuen sich auf ein Wiedersehen – vielleicht bei der Leichtathletik-Senioren-Weltmeisterschaft 2018 in Malaga.